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Kurz & Klar – Ein Thema. Drei Fragen. Mit Luisa Neumann

Hamburg, im Januar 2026 – Inzwischen begegnet uns Künstliche Intelligenz fast überall – beim Schreiben, Recherchieren oder Planen. Doch wie lässt sie sich sinnvoll und verantwortungsvoll für die eigene berufliche Neuorientierung nutzen?

Mit unserem neuen Kombiprogramm „Entdecke neue Perspektiven mit KI“ gehen wir genau dieser Frage nach. Am 27.01.2026 fand der erste Einführungsworkshop statt – und damit der Auftakt für ein Format, das Wissen, Ausprobieren und persönliche Reflexion miteinander verbindet. Weiterführende Informationen zum Programm und den einzelnen Teilen inkl. Termine gibt es hier.

Für uns ist klar:
KI ist kein Ersatz für Entscheidungen – aber ein starkes Werkzeug, um Klarheit zu gewinnen, Optionen sichtbar zu machen und nächste Schritte zu strukturieren.

Was das ganz konkret bedeutet?
Darüber haben wir mit unserer Teamkollegin Luisa Neumann gesprochen. Sie hat unser KI-Angebot entwickelt und führt es durch. Für unsere Rubrik Kurz & Klar – Ein Thema. Drei Fragen. hat Luisa die Thematik auf den Punkt gebracht:

  1. Wo kann Künstliche Intelligenz Menschen in der beruflichen Neuorientierung konkret unterstützen?

Grundsätzlich kann KI auf jeder Etappe der Neuorientierung unterstützend eingesetzt werden. Sei es beim Formulieren oder Korrekturlesen von Bewerbungsschreiben, bei der Recherche zu Branchen, Berufen oder sogar konkreten Stellen,  bei der Analyse von Stärken und Kompetenzen oder bei der Erstellung eines praktischen Fahrplans für die nächsten Schritte. Aber auch ganz am Anfang, in der Phase, in der man sich fragt, welche anderen, einem vielleicht noch völlig unbekannten Berufsfelder eigentlich zu den eigenen Stärken, Wünschen und Qualifikationen passen könnten, kann KI Inspiration und Impulse geben.

  1. Was kann Künstliche Intelligenz dabei nicht leisten – und warum bleibt die eigene Reflexion so wichtig?

Künstliche Intelligenz schöpft aus einem Wissensschatz, von dem jeder einzelne Mensch nur träumen kann. Was ihr aber fehlt ist, das Vermögen, den kompletten Kontext unserer komplexen Welt zu begreifen. Sie arbeitet sehr präzise auf Basis mathematischer Wahrscheinlichkeiten, aber ihr fehlt unser gesunder Menschenverstand. Unter anderem, deswegen macht sie mitunter Fehler und liefert faktisch unkorrekte Ergebnisse, manchmal sogar absurde Antworten. Wir sollten uns daher nie unkritisch auf KI-generierte Ergebnisse verlassen, sondern sie immer auf Plausibilität und Richtigkeit prüfen.

  1. Was ist aus deiner Sicht der größte Mehrwert von KI, wenn es um die Berufsfindung geht?

KI kann in Sekunden auf sämtliche Informationen über Branchen, Berufsfelder und Tätigkeiten zugreifen und auf Basis unserer persönlichen Angaben abgleichen, welche davon zu uns passen. Sie ist dabei flexibler als klassische Berufsfindungstools, in denen die Ergebnisse oft einem starr programmierten Wenn-Dann-Schema folgen. Im Dialog mit künstlicher Intelligenz können wir nachschärfen und so Stück für Stück aus einer Fülle von Inspirationen herausarbeiten, welche Berufsfelder uns wirklich ansprechen und welche Anknüpfungspunkte unsere bisherigen Tätigkeiten bieten.

Danke für das Gespräch, Luisa!

Das Bild zeigt die Level up! 2.0 Präsentation für den Online-Workshop zum Thema KI.
Am 27.01. fand der Online-Workshop zum Thema KI zum ersten Mal statt.

Neues Jahr, neues Angebot: Berufliche Neuorientierung mit KI bei Level up! 2.0

Hamburg, Januar 2026 – Der Jahresanfang ist für viele ein Moment des Innehaltens.
Was soll bleiben? Was darf sich verändern? Und wohin möchte ich mich beruflich entwickeln? Genau hier setzt unser neues Angebot bei Level up! 2.0 an.

Neu bei Level up! 2.0: Kombiprogramm „Entdecke neue Perspektiven mit KI“

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst Teil unseres Alltags – und sie verändert auch, wie wir arbeiten, uns bewerben und berufliche Entscheidungen treffen. Gleichzeitig entstehen neue Fragen:
Was kann KI wirklich? Wo unterstützt sie mich sinnvoll – und wo nicht? Und wie kann ich KI gezielt für meine berufliche Neuorientierung nutzen?

Mit dem neuen Kombiprogramm „Entdecke neue Perspektiven mit KI“ bieten wir ein Online-Format an, das Orientierung schafft. Es richtet sich an Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen, die KI reflektiert, praxisnah und selbstbestimmt einsetzen möchten.

Ein Online-Format, das Wissen, Erprobung und Reflexion verbindet

Das Kombiprogramm zur beruflichen Neuorientierung mit KI besteht aus drei aufeinander aufbauenden Bausteinen und verbindet Online-Workshop, Selbstlernen und gemeinsame Reflexion:

Online-Einführungsworkshop
Im digitalen Workshop legen wir die Grundlagen für KI-Kompetenz. Wir beschäftigen uns mit zentralen Fragen:
Was ist ein Algorithmus? Wie funktionieren KI-Tools und Chatbots? Welche Forschung steckt dahinter – und wo liegen ihre Grenzen?
Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf den Wandel der Arbeitswelt durch KI und darauf, welche beruflichen Kompetenzen künftig an Bedeutung gewinnen. Dabei behalten wir stets die persönliche Perspektive im Blick: Welche Chancen ergeben sich für mich – und wo brauche ich Orientierung?

Selbstlernphase auf Brightspace
Im Anschluss vertiefen Sie die Inhalte eigenständig auf unserer Lernplattform Brightspace. Dort stehen Ihnen verschiedene Selbstlernmodule zur Verfügung, aus denen Sie auswählen oder die Sie vollständig bearbeiten können. Sie nutzen ausgewählte KI-Tools, recherchieren berufliche Entwicklungspfade und strukturieren Ihre Ideen, Stärken und Ziele in Ihrem eigenen Tempo.

Gemeinsamer Online-Reflexionstermin
Beim abschließenden Online-Reflexionstermin kommen wir wieder zusammen. Gemeinsam ordnen wir Ihre Ergebnisse ein, klären offene Fragen und leiten konkrete nächste Schritte für Ihren weiteren beruflichen Weg ab.

Was Sie für sich mitnehmen können

Am Ende des Kombiprogramms haben Sie nicht nur kompaktes Grundlagenwissen zu Künstlicher Intelligenz gewonnen und praktische Erfahrungen mit KI-Tools gesammelt. Sie haben zudem neue Ideen, Impulse und Perspektiven für Ihre berufliche Neuorientierung entwickelt. Sie wissen besser, wie KI Sie bei Bewerbungsprozessen, beruflichen Entscheidungen und der Planung Ihrer nächsten Schritte unterstützen kann – heute und in Zukunft.

In einer kleinen Gruppe schaffen wir einen geschützten Raum für Austausch, Lernen und persönliche Entwicklung. Wir freuen uns darauf, Sie auf Ihrem Weg zu begleiten – und gemeinsam neue berufliche Perspektiven zu entdecken.

Weitere Details zum Format sowie Termine und Veranstaltungsort finden Sie hier.

Weihnachtliche Grüße unterwegs – Unsere Helfer auf Mission

Hamburg, im Dezember 2025 – Am 03. Dezember war es so weit: Einer der beiden Projektträger von Level up! 2.0, die Grone Wirtschaftsakademie, hat zwei wundervolle Weihnachtshelfer ausgeschickt, um festliche Freude – und natürlich auch Informationen rund um unser Projekt – zu verbreiten. Ziel ihres winterlichen Einsatzes: das Hamburger Stadtviertel Hammerbrook.

Mit leuchtenden Weihnachtsmützen, einem gut gefüllten Materialbeutel und jeder Menge Begeisterung zogen sie durch die Straßen und Unternehmen Hammerbrooks. Dort verteilten sie Flyer, Informationsmaterial und kleine Give-aways – aber vor allem verbreiteten sie weihnachtliche Stimmung, die man förmlich spüren konnte.

Zwischen modernen Bürogebäuden, kleinen Cafés und winterlich geschmückten Fenstern gelang es ihnen, Menschen aufmerksam zu machen und zum Lächeln zu bringen. So wurde der sonst eher geschäftige Alltag in Hammerbrook für einen Moment durchbrochen von einem herzlichen „Schöne Adventszeit!“.

Wir möchten uns von Herzen bei der Grone Wirtschaftsakademie für diese schöne Aktion bedanken. Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der Gemeinschaft und Wärme besonders wertvoll sind, ist es ein Zeichen von Zusammenhalt, gemeinsam sichtbar zu sein.

Wir wünschen weiterhin eine funkelnde Adventszeit, viele schöne Begegnungen – und freuen uns, dass unser Projekt nun ein Stück weitergetragen wurde.

Frohe Adventszeit und herzliche Grüße!

„Noch mehr wir“ – Ein Workshop mit vorweihnachtlichem Teamspirit

Hamburg, im Dezember 2025 – Kurz vor Beginn der Adventszeit haben wir uns im Rahmen bewusst Zeit für Teamentwicklung genommen. In einer warmen, weihnachtlichen Atmosphäre – mit Kerzenpyramide, Weihnachtsbaum, winterlichen Snacks und viel Offenheit – stand unser Workshop „Noch mehr wir“ unter dem Zeichen des gemeinsamen Wachsens.

Durch Teamaufstellung, ehrliche Gespräche und Reflexion konnten wir Erwartungen sichtbar machen, Rollen schärfen und Vertrauen stärken. Nicht nur strukturell, sondern auch menschlich wurde dieser Vormittag zu einem echten Ankerpunkt. Unser kleines Weihnachtsbuffet, mit Plätzchen, Mini-Snacks und heißen Getränken, sowie das Schrottwichteln sorgten für Humor, Leichtigkeit und viele kleine verbindende Momente.

Das Ergebnis:
mehr gegenseitiges Verständnis, mehr Orientierung und ein spürbares Wir-Gefühl, das uns gestärkt in die kommenden Wochen begleitet.

Ein vorweihnachtlicher Workshop, der gezeigt hat:
Teamentwicklung wirkt – besonders dann, wenn sie bewusst gestaltet und menschlich erlebbar wird.

Wir freuen uns auf alles, was wir noch im Projekt gemeinsam bewegen werden!

Kurz & Klar – Ein Thema. Drei Fragen. Mit Ragna Sekora

Hamburg, im November 2025 – im Rahmen der zweiten Ausgabe unserer Veranstaltungsreihe „NeuOrientiert“ haben wir am 06. November 2025 gemeinsam mit der Handwerkskammer Hamburg im Rahmen eines interaktiven Online-Events das Handwerk aus einer neuen Perspektive betrachtet – und die Resonanz war überwältigend. Das Thema: „Neustart im Beruf: Chancen im Handwerk“. Unsere Teilnehmenden brachten viele Fragen, eigene Erfahrungen und eine beeindruckende Offenheit mit, das Handwerk aus neuen Perspektiven zu entdecken.

Viele starten das Webinar mit einem klaren Bild im Kopf: Tischler*in, Maler*in, Elektriker*in. Doch das Handwerk umfasst viel mehr. Mit rund 130 Berufen bietet es ein enormes Spektrum – von kreativen Tätigkeiten über High-Tech-Felder bis hin zu traditionellem Handwerk mit modernen Formen der Spezialisierung.

Unsere Referentin Ragna Sekora (Beratung „Dein Traumjob im Handwerk“) von der Handwerkskammer Hamburg gab Einblicke in:

  • aktuelle Trends im Handwerk
  • wenig bekannte Berufe, die viele überraschten
  • Qualifizierungswege, auch für Quereinsteiger*innen
  • Rahmenbedingungen wie Teilzeitmöglichkeiten, Vereinbarkeit und Vergütung
  • Förderinstrumente für Weiterbildung und berufliche Beratung

Für unsere Rubrik „Kurz & Klar – Ein Thema. Frei Fragen.“ haben wir Ragna Sekora im Vorfeld des Events zu einem kurzen Interview eingeladen – mit Fragen, die viele Teilnehmende bewegen: Warum lohnt sich der Blick ins Handwerk gerade bei einer beruflichen Neuorientierung? Welche Fähigkeiten werden künftig wichtig? Und wie startet man am besten in einen solchen Veränderungsprozess?

1. Warum ist das Handwerk gerade für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, eine spannende Option?

Im Handwerk finden wir mit rund 130 Berufen eine bunte Vielfalt teils sehr unterschiedlicher Berufsbilder. Egal, ob jemand wechselnde Einsatzorte oder einen festen Standort bevorzugt, Teil bei der Realisierung großer Projekte sein möchte oder Erfüllung in speziellen Kundenaufträgen findet, das Handwerk bietet vielfältige Möglichkeiten für unterschiedliche Talente und Interessen.

Hinzu kommt, dass sich viele Handwerker*innen mit ihrer Tätigkeit identifizieren können und zufrieden in ihrem Beruf sind. Eine Umfrage des DHI Deutsches Handwerksinstitut zum Selbstbild und zur Zufriedenheit im Handwerk aus dem Jahr 2022 ergab dazu, dass viele Handwerker*innen ihre Arbeit als nützlich und sinnstiftend wahrnehmen, da sie die Ergebnisse ihrer Arbeit sehen können und oft ein gesamtes Werkstück erstellen oder einen Fertigungsprozess komplett durchlaufen.

2. Welche Fähigkeiten und Einstellungen werden im Handwerk – und generell in der Arbeitswelt – künftig besonders wichtig sein?

Im Prinzip sind es universalgültige Kompetenzen wie z.B. die Lernbereitschaft. Auch im Handwerk unterliegen die Berufe stetiger Entwicklung – und gerade die Digitalisierung erfordert die Bereitschaft in allen möglichen Handwerksberufen, das Wissen stetig zu aktualisieren. Aber auch die Problemlösefähigkeit und in einigen Handwerksberufen insbesondere die Kreativität, z.B. Gold- und Silberschmiedin, sind wichtige Eigenschaften im Handwerk und auch allgemein im Berufsleben.

3. Welche Tipps hast du für Menschen, die über einen beruflichen Neustart nachdenken – vielleicht sogar im Handwerk?

Menschen vor einem beruflichen Neustart sollten möglichst unvoreingenommen Ideen entlang ihrer Talente und Interessen identifizieren. Ein Realitätscheck ist auf jeden Fall erforderlich und sollte berufliche Optionen nicht nur kritisch beleuchten, sondern auch mögliche unterstützende Ressourcen zum Gelingen einer beruflichen Neuorientierung beinhalten. Deshalb empfehle ich Menschen in einer beruflichen Umbruchsituation, sich bei diesem Prozess von Berufsberatenden oder Coaches begleiten zu lassen. Speziell für Hamburger Frauen bietet die Handwerkskammer ein kostenfreies Angebot an, um Perspektiven für einen Neustart im Handwerk zu klären. Ein weiteres Angebot zu Berufsorientierung bietet Level up! 2.0 und die Agentur für Arbeit kann ggfs. die Kosten für ein berufliches Coaching übernehmen.

Auf ein Wort mit Alexandra

Alexandra, 57 Jahre, hat schon viele Stationen in ihrem Leben durchlaufen: Von der Musikerin über die Priesterin bis hin zu einer ganz neuen Ausbildung im medizinisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Nach gesundheitlichen Krisen und einer intensiven Zeit der Neuorientierung fand sie über unser Projekt „Level up!“ (damals noch das Vorgängerprojekt „Level up!“, heute „Level up! 2.0“ – Anm. d. Redaktion) neue Perspektiven und den Mut, noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Im Gespräch erzählt sie offen von ihrer Reise, den Erkenntnissen im Projekt und ihrem Sprung in ein völlig neues Berufsfeld.

1. Hallo Alexandra, vielen Dank für Deine Zeit! Du hast ja schon einiges erlebt – kannst Du uns kurz mitnehmen und erzählen, wie Dein beruflicher Weg verlaufen ist, bevor du zum Projekt gekommen bist?

Na klar. Dazu muss man wissen: Ich habe in meinem Leben viele Schicksalsschläge erlebt – Musik und Spiritualität waren dabei immer meine Anker. Zuerst habe ich Musik studiert, ein Orchesterdiplom gemacht und Geige gespielt. Später habe ich Theologie studiert und wurde 2005 zur Priesterin geweiht. Über 20 Jahre lang habe ich als Priesterin gearbeitet. Doch es gab auch Krisen: 2012 fiel ich in eine Erschöpfungsdepression, weil ich vollkommen überarbeitet war – ich habe damals rund 100 Stunden pro Woche gearbeitet. Später bin ich zwar wieder in meinen Beruf zurückgekehrt, aber 2022 kam eine erneute gesundheitliche Krise, die in einer größeren Operation in 2023 mündete. Danach wusste ich: Ich werde nicht mehr in meinen alten Beruf zurückkehren. Doch dann stand ich mit Mitte 50 da und fragte mich: Was jetzt?

2. Das muss sehr schwierig für dich gewesen sein! Wie bist du denn auf das Projekt Level up! aufmerksam geworden?

Ganz leicht war das nicht, weil das Arbeitsamt für mich nicht zuständig war – offiziell galt ich zu der Zeit noch als Priesterin im aktiven Dienst. Deshalb habe ich eine zuständige Stelle oder eine Person gesucht, die mir weiterhelfen konnte. Also habe ich im Internet recherchiert und bin auf die Website von Level up! gestoßen. Die Seite hat mich sofort angesprochen: super aufgebaut, das Angebot las sich toll und ich hatte direkt Lust mitzumachen. Gleichzeitig war ich skeptisch – so etwas kostet doch normalerweise Geld. Dass die Teilnahme gefördert ist und keine Kosten für mich entstehen, war mir nicht sofort klar. Aber ich habe mich trotzdem gemeldet – und es war eine der besten Entscheidungen. Besonders toll fand ich auch, wie niedrigschwellig der Einstieg war: kein Papierkrieg, keine komplizierten Nachweise.

3. Wie hast du die Zeit im Projekt erlebt? Und: Gibt es bestimmte Momente, die dir in Erinnerung geblieben sind?

Sehr positiv! Ich bin sehr schnell bei der Beraterin gelandet und wir haben in den Workshops viel in kleinen Gruppen gearbeitet. Insgesamt habe ich an fast allen Angeboten teilgenommen – den beiden Online-Workshops „Das bin ich!“ und „Beruf versus Berufung“ sowie am „Impulsworkshop: Was willst du wirklich?“. Den Mix aus Online- und Präsenzveranstaltungen fand ich klasse. Witzigerweise hat eine Freundin von mir ebenfalls am selben Impulsworkshop teilgenommen und wir haben uns in der Veranstaltung getroffen. Die Beraterin und Workshopleiterin hat mich besonders abgeholt. Man hat gemerkt, dass sie wirklich möchte, dass es den Menschen gut geht und, dass etwas entsteht.

Gleich zwei Momente sind mir in Erinnerung geblieben: Im Impulsworkshop sollten wir ein Bild auswählen, das uns anspricht. Ich habe mich für zwei Schweinchen entschieden, die auf mich zugerast kamen. Für mich stand das Bild sofort für Leid, Massentierhaltung und Schlachtung. Alle anderen assoziierten es aber mit Glück und Freude. Da wurde mir bewusst: Es gibt immer mehrere Perspektiven – und meine war nur eine davon. Das war ein Aha-Moment.
Der zweite Schlüsselmoment war, als alle zu mir sagten: „Du musst wieder etwas mit Menschen machen.“ Erst da habe ich gespürt, dass genau das nicht mehr mein Weg ist. Diese Erkenntnis hätte ich alleine nicht gewonnen.

4. Das ist ja spannend! Wie ging es denn weiter?

Mir wurde klar: Ich will etwas ganz anderes machen. Und jetzt tauche ich in die Wissenschaft ein. Vor Kurzem habe ich eine Ausbildung zur medizinischen Technologin für Labordiagnostik angefangen. Erst Kunst, dann Religion – und jetzt Wissenschaft. Etwas, das ich nicht kann. Aber genau das war der Schlüssel. Früher standen die Menschen im Mittelpunkt meiner Arbeit, heute lerne ich etwas über Zellverbindungen und Genetik.

5. Das heißt, noch während du bei Level up! teilgenommen hast, wusstest du direkt, dass du medizinische Technologin für Labordiagnostik werden möchtest?

Nein, die Teilnahme am Projekt war für mich der eigentliche Auslöser. Als ich im Frühjahr 2024 ausgestiegen bin, habe ich zunächst noch in reduzierter Form gearbeitet. Ab Anfang 2025 begann ich dann, mich intensiv zu bewerben – bestimmt 60 bis 70 Mal, auch auf Stellen, die im Nachhinein gar nicht zu mir gepasst hätten, zum Beispiel als Bürokauffrau. Während dieser Zeit blieb ich in Kontakt mit besagter Beraterin aus dem Level up-Projekt, die mich auch bei den Bewerbungsunterlagen unterstützte. Schließlich ergab sich ein Praktikum in der Urologie, und so stieß ich auf den Beruf der medizinischen Technologin für Labordiagnostik. Diese duale Ausbildung gibt es erst seit zwei Jahren, sie ist quasi studiengleich, in anderen Ländern müsste man dafür studieren. Ich fand das sehr spannend – auch wenn es eine große Herausforderung bedeutet.

6. Hast du einen Tipp für Menschen, die sich beruflich neuorientieren wollen und noch ganz am Anfang ihrer Reise stehen?

Absolut! Mein Tipp: Selbstvertrauen! Habt das Vertrauen, dass in euch etwas liegt, das den Weg zeigt. Alles, was man braucht, ist bereits da – man muss es nur zulassen. Beziehungsweise loslassen, Schritt für Schritt gehen, und sich selbst die Zeit geben. Der Weg zeigt sich dann ganz von allein.

Alexandra, wir danken dir herzlich für deine Offenheit und die inspirierenden Einblicke in deinen spannenden Weg. Es ist beeindruckend, mit wie viel Mut und Entschlossenheit du einen ganz neuen beruflichen Anfang wagst. Für deine Ausbildung und alles, was danach kommt, wünschen wir dir viel Erfolg, Freude und Zuversicht.

Alexandra vollzieht den beruflichen Wandel von der Priesterin zur medizinischen Technologin für Labordiagnostik.

Kurz & Klar – Ein Thema. Drei Fragen. Mit Katharina Krentz

Ob berufliche Neuorientierung oder Veränderungen im bestehenden Job: Fachwissen ist wichtig – aber soziale Fitness entscheidet, wie wir durch Veränderung navigieren, im Team wirken und neue Wege erfolgreich gehen.

Morgen findet die Zweite der beiden Online-Session zu Social Fitness im Rahmen unseres neuen Dialogformats „NeuOrientiert“ statt. Vorab haben wir mit Katharina Krentz (Geschäftsführerin von Connecting Humans) gesprochen, die schon durch die erste Online-Session Mitte Juni geführt hat und auch die Fortsetzung morgen übernimmt.

In unserer Rubrik „Kurz & Klar – Ein Thema. Drei Fragen.“ erklärt sie, was genau Social Fitness ist, warum wir sie gerade jetzt im Blick haben sollten und wie wir sie ohne großen Aufwand im Alltag trainieren können.

1. Was genau ist Social Fitness – und warum sollten wir sie auf dem Schirm haben, wenn wir beruflich neue Wege gehen?

Social Fitness ist wie ein Beziehungsmuskel – und der will gepflegt werden. So wie wir Sport machen, um körperlich fit zu bleiben, oder Achtsamkeit üben, um mental im Gleichgewicht zu sein, geht es bei Social Fitness um unsere soziale Gesundheit: Wie gut wir mit anderen in Kontakt kommen, wie wir Beziehungen gestalten und wie wir im Team oder Unternehmen zusammenarbeiten.

Gerade wenn sich im Job etwas verändert – ein neuer Chef, ein neues Team, ein kompletter Neuanfang – kommt es weniger auf Fachwissen an und mehr darauf, wie wir mit anderen klarkommen. Wer Social Fitness trainiert, bleibt handlungsfähig – auch wenn’s mal holprig wird. Denn: Gute Beziehungen machen uns resilienter, kreativer und erfolgreicher. Und das Beste? Man kann es üben – ganz ohne Sportstudio.

2. Was verändert sich gerade in der Arbeitswelt, dass Social Skills so entscheidend sind?

Die Arbeitswelt wird immer digitaler – und trotzdem oder gerade deswegen zählen heute echte Verbindungen mehr denn je. Künstliche Intelligenz kann viele Dinge – aber keine ehrliche Begegnung ersetzen. Deshalb sagt auch das Weltwirtschaftsforum: Soziale Fähigkeiten wie Empathie, Kommunikation oder Teamgeist sind die wichtigsten Zukunftskompetenzen.

Wenn alles ständig im Wandel ist, brauchen wir nicht nur Technik-Verständnis, sondern auch Beziehungskompetenz. Wer gut mit anderen umgehen kann, auch in schwierigen Situationen, und egal ob vor Ort, per Video oder im Chat – ist klar im Vorteil. Social Fitness hilft, dabei nicht den Faden zu verlieren: zu sich selbst, zu anderen und zum großen Ganzen.

3. Wie lässt sich Social Fitness im Alltag ohne großen Aufwand trainieren?

Das geht einfacher als du denkst. Du musst nicht gleich einen Kurs belegen – es reicht, mit offenen Augen durchs (Arbeits-)Leben zu gehen.

Ein paar Ideen:

  1. Frag ehrlich nach: „Wie geht’s dir wirklich?“ – und hör zu.
  2. Lob aussprechen: Sag deinem Kollegen oder deiner Chefin, was du an ihnen schätzt.
  3. Mach’s dir bewusst: Was hat dir heute gutgetan im Kontakt mit anderen? Was nicht? Nimm dir bewusst jeden Tag Zeit für energiegebende Kontakte zu anderen und stärke deine beruflichen und privaten Beziehungen.

Social Fitness entsteht im Kleinen. In Gesprächen auf Augenhöhe. In Momenten echter Verbindung. Und ganz ehrlich: Es tut nicht nur den anderen gut – sondern auch dir selbst.

Unser neues Online-Netzwerk „WegGefährt*innen“ ist da!

Hamburg, im Juni 2025 – Niemand muss den beruflichen Weg allein gehen. Mit WegGefährt*innen entsteht ein Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung – für alle, die bereits an einer Veranstaltung oder einem Workshop im Rahmen von Level up! 2.0 teilgenommen haben.

In diesem geschützten Netzwerk auf der Lernplattform Brightspace können die Teilnehmenden Fragen stellen, Erfahrungen teilen, Kontakte knüpfen – und mit Menschen in Verbindung treten, die ähnliche Schritte gehen. Denn manchmal ist ein gutes Gespräch genauso wichtig wie ein guter Workshop.

So funktioniert der Zugang: Eine kurze Mail an esf-levelup@grone.de genügt.
Daraufhin wird ein Profil angelegt – mit Vorname und Berufsbezeichnung. Dieses kann später individuell ergänzt werden.

Wofür steht WegGefährt*innen?

  • Für ein Miteinander, das auf Vertrauen, Offenheit und Respekt basiert
  • Für gemeinsames Weiterdenken, Teilen und Wachsen
  • Für ehrliche Fragen und echte Erfahrungen – ohne Bewertung

Im Netzwerk ist es möglich…

  • sich offen in Threads auszutauschen oder gezielt mit Einzelpersonen zu kommunizieren
  • sich inspirieren zu lassen – oder selbst Mut zu machen
  • sichtbar zu werden mit dem, was in der Umbruchsituation bewegt

Wichtige Informationen

Wer mehr über die Voraussetzungen für die Teilnahme, die Nutzung des Netzwerks oder den Umgang mit persönlichen Daten erfahren möchte, findet alle wichtigen Hinweise hier.
Dort wird genau erklärt, wie die Anmeldung funktioniert, welche Daten sichtbar sind – und was beim Schutz der Privatsphäre beachtet wird.
Ein Blick lohnt sich.

WegGefährt*innen findet auf der Lernplattform Brightspace statt – exklusiv für Teilnehmende von Level up! 2.0.

NeuOrientiert geht LIVE: Social Fitness – Die unterschätzte Schlüsselkompetenz der Zukunft

Hamburg, im Mai 2025 – Mit „NeuOrientiert – Vernetzen, Austauschen, Neudenken“ starten wir nach der Premiere des Follow-up-Workshops am 20. Mai in ein anderes neues Format: In dieser Veranstaltungsreihe geben Partner*innen aus unserem Kooperationsnetzwerk Einblick in ihre Expertise und bringen praxisnahe Impulse für persönliche und berufliche Veränderung ein.

Auftaktthema: Social Fitness

Zum Start richten wir den Fokus auf ein Thema, das im beruflichen Wandel und in Zeiten hybrider Zusammenarbeit immer wichtiger wird: Social Fitness.

Gemeinsam mit Katharina Krentz, Geschäftsführerin von Connecting Humans, gehen wir der Frage nach, warum soziale Kompetenzen heute mehr denn je über den beruflichen Erfolg entscheiden – und wie wir sie gezielt trainieren können.

Was bedeutet Social Fitness?

Stell dir Social Fitness wie körperliche oder mentale Fitness vor – nur für unsere Beziehungen. Social Fitness heißt: Die Beziehungen zu uns selbst, zu anderen und im Unternehmen aktiv und bewusst zu gestalten. Denn gute Beziehungen im Arbeitskontext beruhen auf drei Faktoren: sich zugehörig fühlen, sich wertgeschätzt fühlen und fair behandelt werden. Das Ziel: Eine neue Qualität von Zusammenarbeit – geprägt von Vertrauen, psychologischer Sicherheit und emotionaler Intelligenz.

Warum Social Fitness unverzichtbar ist

Die größten Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt sind nicht technischer, sondern sozialer Natur:

  • Hybride Zusammenarbeit verlangt neue Formen von Verbindung und Kommunikation.
  • Künstliche Intelligenz übernimmt Fachaufgaben – menschliche Kreativität, Beziehungsfähigkeit und soziale Intelligenz bleiben unersetzlich.
  • Psychische Belastungen steigen – Resilienz, Empathie und bewusste Beziehungsarbeit werden zu Schlüsselfaktoren für gesunde Organisationen.

Studien zeigen: 75 % des beruflichen Erfolgs hängen von sozialen Faktoren ab – nicht von Fachkompetenz.
(Quelle: Harvard-Studien zu Leadership & Performance)

Die Online-Sessions im Überblick

Session 1 – 12. Juni 2025 / Was ist Social Fitness? Und warum ist sie so wichtig für den beruflichen Neustart?

  • Einführung in das Konzept Social Fitness
  • Selbsttest zur Reflexion der eigenen sozialen Wirkung
  • Impulse zu emotionaler Intelligenz & Beziehungsgestaltung

Session 2 – 15. Juli 2025 / Gemeinsam WIRken: Verbundenheit im (neuen) Job aktiv gestalten

  • Psychologische Sicherheit & hinderliche Beziehungsmuster
  • Breakout-Sessions zur Anwendung im eigenen Alltag
  • Praktische Tools für Vertrauen, Kommunikation und Teamarbeit

Jetzt anmelden

Die beiden Online-Sessions sind ein exklusives Angebot für alle Teilnehmenden im Projekt Level up! 2.0.

Sie möchten dabei sein? Dann melden Sie sich gerne telefonisch unter 040 23703-408 oder per Mail an esf-levelup@grone.de bei uns. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme – und auf zwei inspirierende Termine voller neuer Impulse, Austausch und praktischer Tools für mehr Social Fitness im (Berufs-)Alltag!

Wir freuen uns auf spannende Impulse zum Thema Social Fitness von Katharina Krentz (Geschäftsführung bei Connecting Humans)

Neuer Workshop angelaufen: Follow-up – Was sind deine nächsten Schritte?

Hamburg, im Mai 2025 – Mit „Follow-up: Was sind deine nächsten Schritte?“ ist am 20. Mai ein ganz neues Format im Rahmen von Level up! 2.0 an den Start gegangen. Das Follow-up schließt gezielt an unseren Impulsworkshop: Was willst du wirklich? an – und unterstützt Teilnehmende dabei, ihr Haltungsziel zu reflektieren, nächste Schritte zu entwickeln und mögliche Stolpersteine auf dem Weg bewusst in den Blick zu nehmen.

Der erste Durchlauf hat gezeigt: Es braucht genau solche Räume, in denen neue Erkenntnisse wachsen dürfen, in denen innegehalten und geprüft wird, ob die eingeschlagene Richtung wirklich stimmig ist – und in denen Unsicherheiten oder hinderliche Muster nicht als Schwäche, sondern als Teil des Wegs verstanden werden.

Warum ein Follow-up?

Berufliche Veränderung ist selten ein klarer Sprint. Oft ist sie ein Prozess mit offenen Fragen, inneren Widersprüchen und Rückschlägen. Nur wenn Haltung und Handlung zusammenpassen, entsteht langfristig tragfähige Motivation.

Im Follow-up-Workshop erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihr Haltungsziel zu überprüfen, eigene Ressourcen bewusster zu aktivieren, persönliche Hemmnisse zu benennen – und Wege zu finden, ihnen aktiv zu begegnen. Das alles geschieht in einem geschützten, moderierten Raum – mit Einzelarbeit, Kleingruppenformaten und viel Austausch im Plenum.

Einblicke in die erste Runde

Auch in der ersten Durchführung des Follow-up-Formats am 20. Mai stand für die Teilnehmenden das Dranbleiben im Mittelpunkt: Wie gelingt es, das, was ich erkannt habe, nicht wieder aus dem Blick zu verlieren? Was macht es mir manchmal so schwer, ins Tun zu kommen? Und wie kann ich mir selbst kleine, realistische Schritte setzen, die mich meinem Ziel näherbringen?

Der Ablauf war wie folgt:

  • Einzelarbeit: Reflexion über das persönliche Haltungsziel
  • Kleingruppenarbeit: Austausch über Hindernisse und konkrete Handlungsschritte
  • Plenum: Impulse zum Umgang mit Antreibern und hinderlichen Mustern, Diskussion und gemeinsames Lernen

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren ermutigend: „Es hat Spaß gemacht. Alle sind gut mitgegangen und sind zwar müde, aber mit einem Lächeln aus dem Workshop gegangen. Und es hat sich mal wieder gezeigt: Austausch untereinander bzw. miteinander ist sehr gefragt“, so das Fazit der Workshopleiterin Sabine Sluyter.

An wen richtet sich das Follow-up?

Das Follow-up richtet sich ausschließlich an Personen, die zuvor den Impulsworkshop besucht haben. Es baut inhaltlich darauf auf und vertieft zentrale Aspekte wie Motivation, Selbststeuerung und persönliche Ressourcen.

Wer bereits den Impulsworkshop besucht hat und beim Follow-up-Workshop dabei sein möchte, findet nähere Informationen zu den nächsten Terminen hier.

WegGefährt*innen

Wer sich mit anderen Teilnehmenden auch zwischen den Workshops austauschen möchte, hat dazu in unserem neuen WegGefährt*innen-Netzwerk Gelegenheit.
Hier vernetzen sich Menschen aus dem Projekt, um sich gegenseitig zu inspirieren, zu stärken – und gemeinsam dranzubleiben. Alle Infos zur Anmeldung, zur Nutzung und zum Datenschutz gibt es hier.

Mit Herz, Haltung und Erfahrung: Workshopleiterin Sabine Sluyter begleitet durch den ersten Follow-up.