Berufliche Veränderung kann vieles bedeuten: einen neuen Job suchen, die eigene Rolle verändern, sich weiterbilden oder vielleicht erst einmal herausfinden, was eigentlich nicht mehr passt. Mit unserer neuen Reihe „Berufliche Veränderung A bis Z“ greifen wir Begriffe auf, die auf diesem Weg eine Rolle spielen können. Wir starten mit A wie Ausrichtung.
Denn bevor es um Bewerbungen, Stellenanzeigen oder konkrete Karrierewege geht, lohnt sich eine andere Frage:
Wo will ich eigentlich hin?
Ausrichtung beginnt mit innerer Klarheit
Im Berufsalltag sind wir häufig ziemlich gut darin zu wissen, was als Nächstes erledigt werden muss. Termine, Aufgaben, Erwartungen – die Richtung scheint vorgegeben.
Schwieriger wird es bei den größeren Fragen: Passt das, was ich tue, eigentlich noch zu mir? Was ist mir bei meiner Arbeit wichtig? Was brauche ich, damit ich mich beruflich wohlfühle? Und woran würde ich merken, dass ich auf dem richtigen Weg bin?
In unserem Reel zur neuen Reihe bringt es Daniela aus dem Projektteam auf einen einfachen Punkt:
Ausrichtung bedeutet innere Klarheit.
Fehlt diese Klarheit, kann berufliche Veränderung schnell zum Kreislauf werden. Man weiß zwar, dass etwas anders werden soll – aber noch nicht, was stattdessen passen könnte.
Genau deshalb beginnt berufliche Neuorientierung nicht zwangsläufig mit einer Entscheidung. Manchmal beginnt sie erst einmal mit dem besseren Verständnis der eigenen Wünsche, Werte und Bedürfnisse.
Was bedeutet Ausrichtung bei beruflicher Veränderung?
Berufliche Ausrichtung bedeutet, Klarheit darüber zu gewinnen, was einem im Arbeitsleben wichtig ist, welche Bedürfnisse und Werte die eigene Arbeit erfüllen soll und in welche Richtung man sich beruflich entwickeln möchte. Sie kann damit eine wichtige Grundlage für Entscheidungen bei der beruflichen Neuorientierung sein.
Ein Ziel motiviert – aber die Richtung muss die eigene sein
Ausrichtung kann dabei wie ein innerer Kompass funktionieren. Sie gibt Orientierung und hilft uns einzuschätzen, welche Möglichkeiten zu uns passen – und welche vielleicht nur auf den ersten Blick attraktiv erscheinen.
Unsere Kollegin Jutta beschreibt im Reel einen weiteren wichtigen Aspekt: Eine klare Ausrichtung motiviert und hilft dabei, ans Ziel zu kommen.
Dabei muss dieses Ziel noch gar keine konkrete Stellenbezeichnung oder ein festgelegter Karriereplan sein. Auch Erkenntnisse wie „Ich möchte mehr gestalten“, „Mir fehlt der Kontakt zu Menschen“ oder „Ich brauche mehr Freiraum und Eigenverantwortung“ können bereits eine Richtung vorgeben.
Die entscheidende Frage lautet nicht immer sofort:
Welcher Job soll es werden?
Sondern zunächst vielleicht:
Wie möchte ich eigentlich arbeiten?
Vom Nachdenken ins Handeln
Und dann kommt der nächste Schritt. Denn Ausrichtung entfaltet ihre Wirkung erst, wenn sie sich auch im eigenen Handeln widerspiegelt.
Teamkollege Oliver gibt dafür im Reel einen ganz einfachen Impuls mit:
„Was habe ich heute konkret gemacht, um genau danach zu leben, was mir wichtig ist?“
Eine Frage, die sich nicht nur auf große berufliche Entscheidungen beziehen muss. Ausrichtung zeigt sich auch in kleinen Schritten: ein Gespräch führen, Informationen einholen, einen Kontakt herstellen, eine Grenze ziehen, etwas ausprobieren oder sich bewusst Zeit für die eigene Reflexion nehmen.
Wer weiß, was ihm oder ihr wichtig ist, kann Entscheidungen immer wieder daran überprüfen.
Für Oliver ist beispielsweise die Hingabe für Menschen und ihre Anliegen und Wünsche ein wichtiger persönlicher Orientierungspunkt.
Und genau darum geht es: Die passende Ausrichtung sieht für jeden Menschen anders aus.
Drei Fragen für die eigene berufliche Ausrichtung
Vielleicht möchten Sie selbst einmal ausprobieren, wo Ihr innerer Kompass gerade hinzeigt:
- Was ist mir in meinem Berufsleben wirklich wichtig?
- Was davon finde ich in meiner aktuellen Arbeit bereits – und was fehlt mir?
- Was könnte ich heute konkret tun, um meiner gewünschten Richtung ein kleines Stück näherzukommen?
Es müssen darauf noch keine perfekten Antworten entstehen. Berufliche Veränderung ist ein Prozess – und auch die eigene Ausrichtung darf sich entwickeln.
Berufliche Veränderung muss nicht mit einem fertigen Plan beginnen
Genau hier setzt auch Level up! 2.0 an. Wir begleiten Hamburger*innen dabei, die eigene berufliche Situation zu reflektieren, Klarheit über Wünsche, Kompetenzen und Bedürfnisse zu gewinnen und daraus individuelle nächste Schritte zu entwickeln. Die Angebote reichen von Workshops und Einzelberatung bis zu Austausch- und Netzwerkformaten. Dank Projektförderung ist die Teilnahme kostenfrei.
Denn bevor die Frage lautet „Was mache ich als Nächstes?“, darf eine andere kommen:
„Was passt eigentlich zu mir?“
Und damit wären wir wieder bei A wie Ausrichtung.
Fortsetzung folgt: Berufliche Veränderung von A bis Z. | B wie Berufung
Reel auf LinkedIn ansehen.
Geschrieben von Daniela Schelhase | LinkedIn