Muss der eigene Beruf eigentlich Berufung sein, um beruflich zufrieden zu sein?
Für manche Menschen ist die Antwort darauf ganz klar: Sie möchten in ihrer Arbeit etwas tun, das sie begeistert, ihren Werten entspricht und sich sinnvoll anfühlt. Andere trennen Beruf und persönliche Erfüllung stärker voneinander.
Mit unserer Reihe „Berufliche Veränderung A bis Z“ greifen wir Begriffe auf, die uns auf dem Weg der beruflichen Neuorientierung immer wieder begegnen. Nach A wie Ausrichtung geht es diesmal um einen Begriff, der große Erwartungen wecken kann:
B wie Berufung.
Was bedeutet Berufung im Beruf?
Berufung beschreibt das Gefühl, mit der eigenen Tätigkeit etwas gefunden zu haben, das besonders gut zu den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Werten passt. Oft ist damit auch das Empfinden verbunden, etwas Sinnvolles zu tun, sich einbringen zu können und mit dem eigenen Tun am richtigen Platz zu sein.
Wir haben unser Team gefragt, was Berufung für sie persönlich bedeutet.
Die Antworten im Reel zeigen: Dafür gibt es keine allgemeingültige Definition. Für die eine Person ist es das gute Gefühl am Morgen, für eine andere die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und etwas entstehen zu lassen. Und manchmal ist Berufung weniger eine rationale Entscheidung als vielmehr das Gefühl: Das hier passt zu mir.
Doch reicht das allein?
Berufung ist wichtig – aber nicht alles
Wer eine Tätigkeit gefunden hat, die begeistert und als sinnvoll erlebt wird, hat viel gewonnen. Trotzdem entscheidet nicht allein der Inhalt einer Arbeit darüber, ob wir langfristig beruflich zufrieden sind.
Vielleicht lieben wir unsere Aufgabe – haben aber kaum Gestaltungsspielraum. Vielleicht entspricht die Tätigkeit genau unseren Fähigkeiten – doch Arbeitszeiten oder Arbeitsbelastung passen nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation. Oder ein Beruf, der vor zehn Jahren genau richtig war, fühlt sich heute nicht mehr stimmig an.
Denn auch wir verändern uns.
Unsere Werte können sich verschieben. Bedürfnisse verändern sich. Wir entwickeln neue Fähigkeiten, übernehmen andere Rollen im Leben oder stellen fest, dass Dinge, die uns früher wichtig waren, heute weniger Gewicht haben.
Deshalb lohnt es sich bei beruflicher Neuorientierung, nicht nur zu fragen:
Was möchte ich tun?
Sondern auch:
Wie möchte ich arbeiten?
Was macht berufliche Zufriedenheit aus?
Berufliche Zufriedenheit entsteht meist nicht durch einen einzelnen Faktor. Neben einer Tätigkeit, die wir als sinnvoll oder passend erleben, können beispielsweise die Arbeitsbedingungen, das Team, Führung, Entwicklungsmöglichkeiten, Autonomie, Anerkennung, Sicherheit oder die Vereinbarkeit mit dem eigenen Leben eine Rolle spielen.
Wie wichtig die einzelnen Aspekte sind, ist individuell.
Genau deshalb kann die Suche nach der vermeintlich „einen Berufung“ manchmal sogar den Blick verengen. Wer darauf wartet, dass sich ein Beruf zu hundert Prozent richtig anfühlt, übersieht möglicherweise Tätigkeiten und Möglichkeiten, die sehr gut zu den eigenen Bedürfnissen passen würden.
Vielleicht ist die hilfreichere Frage deshalb nicht:
„Was ist meine Berufung?“
Sondern:
„Was brauche ich, damit Arbeit für mich stimmig ist?“
Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied. Für eine berufliche Neuorientierung kann er jedoch ziemlich groß sein.
Berufung darf sich verändern
Auch die Vorstellung, eine Berufung müsse für das gesamte Berufsleben gelten, lohnt einen zweiten Blick.
Ein stimmiger beruflicher Weg muss nicht geradlinig sein.
Was uns mit 25 begeistert, muss uns mit 45 nicht auf dieselbe Weise erfüllen. Manche Menschen entdecken neue Interessen, möchten vorhandene Kompetenzen in einem anderen Umfeld einsetzen oder merken erst nach vielen Berufsjahren, unter welchen Bedingungen sie wirklich gut arbeiten können.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, alles Bisherige hinter sich zu lassen.
Berufliche Veränderung kann auch heißen, die eigene Rolle zu verändern, Aufgaben neu zu gewichten, sich weiterzubilden, Verantwortung zu übernehmen oder abzugeben, in eine andere Branche zu wechseln oder vorhandene Erfahrungen ganz neu zu kombinieren.
Die Frage nach der Berufung ist deshalb vielleicht weniger die Suche nach einem endgültigen Ziel als eine Einladung, immer wieder zu überprüfen:
Passt das, was ich beruflich tue, noch zu dem Menschen, der ich heute bin?
Drei Fragen für die eigene berufliche Orientierung
Wenn Sie gerade über berufliche Veränderung nachdenken, können Sie den Begriff Berufung einmal etwas weiter fassen.
Fragen Sie sich:
- Bei welchen Tätigkeiten merke ich, dass ich gerne bei der Sache bin?
- Was brauche ich neben der eigentlichen Aufgabe, damit ich mich bei der Arbeit wohlfühle?
- Welche meiner Werte, Fähigkeiten und Bedürfnisse finden in meiner heutigen Arbeit bereits Platz – und welche zu wenig?
Vielleicht entsteht daraus noch keine konkrete Berufsbezeichnung. Das muss sie auch nicht.
Oft beginnt berufliche Neuorientierung nicht mit der Antwort auf die Frage „Welcher Job ist der richtige?“, sondern mit einem klareren Bild davon, was eine passende Arbeit überhaupt ausmacht.
Berufliche Neuorientierung: Den eigenen passenden Platz finden
Genau an diesem Punkt setzt Level up! 2.0 an.
Wir begleiten Erwerbstätige in Hamburg, die sich beruflich verändern möchten – unabhängig davon, ob bereits ein konkretes Ziel vorhanden ist oder zunächst noch herausgefunden werden soll, wohin die Reise gehen könnte.
Dabei geht es nicht darum, für jemanden die eine „richtige“ berufliche Antwort zu finden. Vielmehr möchten wir dabei unterstützen, die eigenen Wünsche, Kompetenzen und Bedürfnisse besser zu verstehen und daraus individuelle nächste Schritte zu entwickeln.
Denn vielleicht besteht Berufung am Ende gar nicht darin, den einen perfekten Beruf zu finden.
Vielleicht bedeutet sie auch, einen beruflichen Platz zu gestalten, an dem möglichst viel von dem zusammenkommt, was uns wichtig ist.
Und genau das darf sich im Laufe eines Berufslebens immer wieder verändern.
Fortsetzung folgt: Berufliche Veränderung von A bis Z. | C wie Courage
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Die A-Z Reihe auf einen Blick:
Geschrieben von Daniela Schelhase | LinkedIn